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Der Jumeirah Effekt

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Juni 1, 2012

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Als die in Dubai ansässige Jumeirah Gruppe Port de Sóller als Standort für ihr erstes Hotel in Spanien ankündigte, trieben diverse Medien die Spekulationen weiter in Richtung eines 7-Sterne-Hotels. Natürlich gibt es (bisher) keine solche Kategorie. Aber Jumeirah ist eine Marke mit einem solch hohen Maß an Luxus, dass der Impact auf die Location sofort spürbar war. Die Business-Nachbarn wurden in Aufregung versetzt. Port de Sóller putzte sich gleich mit Stolz heraus, um die Ankunft der anspruchsvollen Klientel zu erwarten, die vom Global Marketing dieser Mega-Marke angelockt werden dürfte.

Es ist nicht der einzige Teil von Mallorca, der sich im Glanz eines neuen „Luxus-Developments“ sonnt. Eine Freundin erzählte mir kürzlich, dass sie nach Port Adriano gezogen ist . . dann fügte sie hinzu: „Eigentlich nach El Toro, aber Port Adriano klingt besser!“ Jeder, der den von Philippe Starck neu entworfenen Hafen-Komplex gesehen hat, würde zustimmen. Plötzlich ist Port Adriano ein ernsthafter Big Player in der Yacht-Szene, mit 82 niegelnagelneuen Supersize-Liegeplätzen, dazu eine hervorragende und geräumige technische Ausstattung und eine breit gefächerter, anspruchsvoller Bereich für Einzelhandel bzw. Freizeitgestaltung.

Eines dieser prestigeträchtigen neuen Bauprojekte in der Nachbarschaft zu haben, bedeutet eine ordentliche Aufwertung der eigenen Adresse – aber was ist mit Auswirkung auf Immobilienwerte und Verkäuflichkeit?

Im Falle des Einzugsgebiets von Port de Sóller, glaubt Stephen Dight – Geschäftsführer von Mallorca Sotheby ‘s International Realty & Ibiza Sotheby’ s International Realty – dass das Jumeirah-Projekt extrem wichtig ist: „Die Anwesenheit von einem Hotel dieser weltweiten Ausstrahlung und von diesem Kaliber wird zweifellos die Dynamik der Region verändern. Mit der Zeit kommt deswegen eine ganz andere Art von Kunde hierher. Mit der Eröffnung von Jumeirah, haben wir eine sehr zeitgenössische architektonische Struktur, die auf massiven finanziellen Investitionen basiert.“

„Nach und nach trägt das dazu bei, Port de Sóller als moderne, intelligente Destination für anspruchsvolle Reisende weltweit zu etablieren.“

Gerhard und Regina Maurer von Casas Mallorca aus Sóller haben 16 Jahre Erfahrung mit Immobilien in der Region. Sie berichten über eine deutliche Zunahme der Nachfrage nach Objekten – obwohl sie keinen direkten Hinweis darauf erkennen, dass Jumeirah in engem Zusammenhang damit steht: „Es gibt keinen Zweifel für uns, dass das neue Hotel dem Reiz der Gegend gut tut, nicht nur dem Hafen, und auf jeden Fall bringt es neue Leute, die Häuser kaufen können.“ Es fällt ihnen schwer, die Auswirkungen des Projekts auf den Markt zu quantifizieren, aber sie glauben: „Es wird auf jeden Fall positiv.“

Michael Cunnington von MJC Associates in Palma de Mallorca glaubt, dass die Gegend begehrenswerter wird als Ergebnis des Hotel-Neubaus und des Hafen-„Upgrades“, stellt aber fest: „Die Nachfrage ist immer noch niedrig, wie in allen Bereichen. Der Schlüssel zu allen Locations ist Preis, Preis, Preis.“

Seiner Ansicht nach haben sich die Immobilienpreise im Gebiet Port Adriano/Nova Santa Ponsa nicht wirklich erhöht – aber sie haben sich scheinbar besser gehalten als in den meisten Gegenden. „Mit dem Umbau der Marina hat das ganze Gebiet seinen guten Nachfrage-Status konserviert. Trotzdem stehen noch zahlreiche Villen zum Verkauf – viele überteuert, aber doch verhandelbar. Vielerorts fehlen auf einmal Spitzen-Apartments. Wir haben nicht genügend neue Produkte in der Preisklasse über 500.000 Euro.“

Stephen Dight berichtet, dass Mallorca Sotheby ‘s International Realty einen Aufschwung beim Immobilienkauf in und um Santa Ponsa bemerkt hat. Er glaubt, dass die Transformation von Port Adriano dazu beiträgt: „Die Stimmung und die Qualität des gesamten Areals wurde verbessert im Zuge der Verjüngungskur. Es hat sich in einen interessanten Ort zum Bummeln entwickelt. Man geht schick zum Abendessen und bewundert dabei die Yachten, die vor Anker liegen.“ Er warnt allerdings auch: „Die unvermeidlich positive Folgewirkung für die Gegend und ihren Immobilienmarkt könnte zu einem gewissen Grad ins Gegenteil umfallen – weil das Management von Port Adriano alle Makler bis auf einen aus dem Hafen selbst ausgeschlossen hat. Käufer könnten durch einen wahrgenommenen Mangel an Auswahl abgeschreckt werden.“

Natürlich hat der allgemeine Status Quo des Mallorca-Immobilien-Marktes eine Besonderheit: „Wir haben einen Anstieg der Anfragen für Top-End-Objekte“, sagt Michael Cunnington von AJC Associates. „Aber die Käufer haben die Oberhand und wenige Besitzer sind bereit, ihre verlangten Preise fallen zu lassen. In den meisten Fällen geht man mit einem verlangten Preis minus 15 % bis 20 % zum Notar; oft ist der Rabatt noch höher!“

Lucie Hauri von Lucie Hauri Real Estate handelt Immobilien im Südosten, unberührt von den vielgepriesenen neuen Bau-Projekten. Aber sie berichtet von wachsendem Interesse von Schweizern, Dänen, Norwegern und Schweden, vor allem im „schönen Porto Colom“. Das steigende skandinavische Interesse, vor allem aus Schweden, wird in ähnlicher Weise von Stephen Dight bestätigt. In den letzten Monaten hat er mehr Niederländer, Belgier, Russen und interessanterweise Amerikaner zu Besichtigungen geführt. „Es scheint, dass viele Amerikaner Immobilieninvestitionen außerhalb der Vereinigten Staaten suchen und Mallorca wegen Stabilität und Schönheit als Urlaubsziel attraktiv finden.“ Mallorcas neue Superyacht-Marina und das geplante Fünf-Sterne-Hotel einer globalen Marke werden diesen Appetit sicherlich weiter anregen. . . .

„ . . eine moderne, smarte Destination für anspruchsvolle Weltenbummler.“


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Über den Autor

Jan Edwards

Jan Edwards

An ex-BBC radio presenter/journalist living on the cosmopolitan island of Mallorca, who is assistant editor for the luxury lifestyle publication abcMallorca. Her main writing interests are in travel, food and interviewing interesting people and well-known celebrities. Jan blogs about her finca lifestyle and contributes articles to some well-known publications in the UK.