Monday, Oct. 15, 2018

enesde

Mallorca: Öko-freundlichster Immobilienmarkt im Mittelmeer

Autor:

|

Februar 1, 2010

|

Kategorie:

Erfolgreiche Immobilienmärkte bauen auf Nachhaltigkeit: solide Wertschätzung des Kapitals, das durch die Ökologie kontrollierten Angebots und stetiger Nachfrage untermauert wird – deshalb ist Mallorca wahrscheinlich der attraktivste Öko-Markt im Mittelmeerraum.

Es hat während des Booms vielleicht nicht so gewirkt, als die Immobilienpreise an den oktangeschwängerten Küsten schier abhoben und die Bauentwickler gar nicht schnell genug neue Apartments und Villen aus dem Boden stampfen konnten. Aber das Beste, was jemals auf dieser schönen Balearen-Insel passiert ist, war die Verabschiedung kompromissloser Baubegrenzungs-Pläne.

Und nun zwei Szenarien, an denen Sie zu knabbern haben werden – diejenigen, die noch Zweifel haben…

Könnten Sie sich vorstellen, dass Mallorca heute nichts weiter wäre als noch so ein Beton-Dschungel am Meer, der die Landschaft mit aufeinander gestapelten zwielichtigen Apartments verstopft? Solche Klötze würden heute komplett leerstehen und den übrigen Markt nach unten ziehen – wenn die stummen Kalkriesen überhaupt fertig gebaut wären – wäre das gut?

Und könnten Sie sich den bleibenden Schaden an der Umwelt vorstellen, der durch eine Fülle geschmacklos-kitschiger Billig-Bauten entstanden wäre? Noch schlimmer ist dieser Saustall halbfertiger Baustellen, ungeteerter Stra?en und unkenntlich gemachter Küstenstreifen, der übrig bleibt, wenn die Immobilienblase platzt.

Allein der Gedanke daran macht schwindelig. Einerseits leben wir mit der Gewissheit, dass der Immobiliensektor der Insel gerade zwei der ausgedörrtesten Jahre seit Menschengedenken hinter sich hat – aber in Wirklichkeit hätte es viel schlimmer kommen können.

Um zu demonstrieren, wie viel schlimmer es anderswo ist, genügt ein Blick auf die neueste Statistik der zweitgrö?ten spanischen Bank BBVA:

  • Die Immobilienpreise in Spanien haben sich in den Boom-Jahren zwischen 1997 und 2007 beinahe verdreifacht (288 Prozent Verteuerung)
  • Infolgedessen wurde das Immobilienvermögen des Landes auf dem Höhepunkt mit 5,3 Billionen Euro taxiert
  • Dieser Wert ist zum heutigen Datum auf 4,5 Billionen Euro zurückgeschrumpft und sinkt weiter ab
  • Noch bemerkenswerter ist, dass sich die Grundstückspreise – oft der eigentliche Schlüssel zum Preis einer Immobilie – während des Booms um 25 Prozent pro Jahr verteuerten. Das ist eine doppelt so hohe Steigerungsrate wie bei den Immobilienpreisen und ein verneunfachter Preisanstieg in Relation zur Inflationsrate – pro Jahr!.

Vielleicht ist bei alledem ein kleiner Ausblick hilfreich. Genau den hat Mallorcas Immobilienmarkt kürzlich bekommen – dank einer umfangreichen Studie von Engel & Völkers. Die renommierten Makler untersuchten dabei die gesamte Dekade von jetzt bis zurück ins Jahr 1999, als E&V ihr erstes Büro au?erhalb Deutschlands in Puerto Andratx eröffneten.

Trotz andauernder Rezession ist die Einschätzung von Daniel Chavarria – E&V-Managing-Director für den Süd-Westen der Insel – ziemlich ermutigend. Unter anderem wird die nachhaltige Strategie gelobt, mit Hilfe derer man in den letzten 10 Jahren einen aufgrund seiner Vielfalt wertstabilen Markt geschaffen hat.

Chavarrias optimistische Einschätzung gegenüber abcMallorca: „Die Tatsache, dass es aktuell keine gro?en Wohnungsbauprojekte gibt, sorgt für eine regionale Ausgewogenheit zwischen Angebot und Nachfrage. Das bedeutet, dass die Immobilienpreise auf der Insel in den nächsten Jahren weiter steigen werden.“

Und weiter: „Wir sind davon überzeugt, dass Mallorca ein sicherer Hafen für Langzeit-Investitionen bleiben wird. Ich würde sogar soweit gehen, zu behaupten, dass jetzt der ideale Kaufzeitpunkt ist – weil sich die Preise gerade an die neuen Marktbedingungen anpassen.“

Im Rückblick geben Engel & Völkers zu, dass sie bei der Eröffnung des ersten Büros auf Mallorca nicht mit einer magischen Glaskugel in die Zukunft blicken konnten – seit 1999 hat sich Puerto Andratx zum erfolgreichsten E&V-Maklerbüro au?erhalb Deutschlands entwickelt.

„Obwohl den Verantwortlichen schon bewusst war, dass gro?es Potenzial im Markt für Zweitwohnsitze steckte, war damals nicht abzusehen, dass Mallorca in die Immobilien-Superliga aufsteigen würde – als international-etablierter Hot-Spot für millionenschwere Investoren und Prominente“, so die Ausführungen des Reports.

Wer rechtzeitig investiert hat, hat in den letzten zehn Jahren au?erordentlich profitiert. Gemä? den Angaben des spanischen Wohnungsbauministeriums, ist der Wert einer Immobilie auf den Balearen zwischen 1999 und 2009 durchschnittlich um 167 Prozent gestiegen – bei Premium-Immobilien kann man noch einige Prozent mehr anlegen.

Signifikant ist die Aufwärtsspirale beim Schlüsselma? aller Immobilien, dem Quadratmeter-Preis. Als E&V im Jahr 1999 erstmals den Markt testete, betrug der Preis pro gebauten Quadratmeter Wohnfläche 847 Euro. Im Jahr 2000 sprang der Wert auf 1,055 Euro – also 25 Prozent Steigerung. 2006 wurde die 2,000-Euro-Schallmauer pro Quadratmeter locker durchbrochen.

Dies schlug sich in den Immobilienpreisen nieder. 2003 kostete die teuerste Villa im Portfolio von E&V 4,5 Millionen Euro – 2006 wurde dieser Spitzenwert auf 12,5 Millionen Euro erhöht und damit fast verdreifacht.

Der Report bietet faszinierende Einblicke in die Käuferstruktur während der Boom-Jahre im Einzugsgebiet Süd-West von E&V. Dort wurde der durchschnittliche Abschluss für etwa 1 Million Euro getätigt – bis 2008 etwa.

Einige Daten und Fakten:

  • in Santa Ponsa ist der durchschnittliche Preis für eine Neubauvilla zwischen 2003 und 2009 um 56 Prozent gestiegen (im Schnitt 9,31 Prozent pro Jahr) – im Vergleich dazu wurden Apartments um 37 Prozent teurer (6,9 Prozent Steigerung im Schnitt).
  • in Son Vida wuchs der Wert einer Villa im gleichen Zeitraum um 31 Prozent (Jahres-Steigerung 5,16 Prozent) und Apartments wurden um 56 % teurer (9,38 Prozent pro Jahr)
  • in Andratx stieg der mittlere Preis einer Villa um 27 Prozent (4,48 % pro Jahr) – der eines Apartments um 15 Prozent (2,5 % pro Jahr)
  • in Portals stiegen Häuser durchschnittlich um 18 Prozent im Wert (3,07 % pro Jahr) und Apartments wurden um 17 Prozent teurer (Jahreswert 2,93 %)

Aufbauend auf der aktuellen Marktsituation, werden die Preise laut Engel & Völkers in den nächsten Jahren weiter steigen – dennoch besagt der Report auch ganz klar, dass es einen vergleichbaren Boom, wie den eben zu Ende gegangenen, wohl nie wieder geben wird.

Daniel Chavarria: “2009 haben wir insbesondere die britischen Käufer vermisst, die sich wegen des starken Euro zurückgehalten und nur schwer Kredite von den Banken bekommen haben. Immobilienbesitzer, die in diesem Jahr verkaufen wollen, haben andererseits die Wertbestimmungen nach realistischen Schätzungen angepasst.“

„Der Anteil der Barkäufer hat zugenommen“, so Chavarria weiter, „weil die Banken ausländischen Käufern nicht mehr als 50 % des Wertes der Immobilie leihen wollen. Insgesamt gesehen wird die Ausgewogenheit zwischen Angebot und Nachfrage die Preise weiter steigern, doch es ist stark zu bezweifeln, dass wir solch au?ergewöhnliche Zuwachsraten wie in den vergangenen zehn Jahren noch einmal erleben werden.“

Nachhaltigkeit hei?t das Zauberwort der kommenden Dekade: Nur ein Immobilienmarkt, der mit seiner Umwelt harmoniert, verträgt sich gut mit einer Umgebung, in der eine neue Spezies von sozial-verantwortlichen Käufern mit langfristigen Interessen investiert.


Diesen Artikel Teilen

Ähnliche Artikel

Über den Autor

Peter Cluskey

Peter Cluskey

An Irish journalist who worked for some years as a war correspondent for the national television station in Ireland – RTE. In recent years, he has specialised in writing about the real estate market worldwide – focusing particularly on the luxury second home destinations. He is a sought-after contributor to a number of international property publications, based on his reputation for well-researched and excellently written articles.